Debatte um Banknoten und Münzen – Deutsche lieben Bargeld

Viele Deutschen können sich ein Leben ohne Bargeld kaum vorstellen. Aktuelle Zahlen belegen, dass die große Mehrheit an Scheinen und Münzen festhalten will.

Die Abschaffung der 500-Euro-Banknote hat die Debatte neu belebt: Ist das der Anfang vom Ende des Bargelds? Die jüngste Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat bei vielen Verbrauchern Besorgnis ausgelöst. Denn während andere Länder das Bezahlen zunehmend digitalisieren, ist für die Deutschen das mobile Zahlen per Smartphone nach wie vor keine Option.

Deutschland liegt bei der Bargeldnutzung, laut Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, im internationalen Vergleich an der Spitze. Bei 79 Prozent der Transaktionen wird bar bezahlt, gut die Hälfte der Umsätze im Einzelhandel werden mit Bargeld abgewickelt – so die Berechnung der Bundesbank anhand Daten von 2014.

91 Prozent der 1001 repräsentativ befragten Erwachsenen in Deutschland lehnen eine vollständige Abschaffung des Bargelds ab – laut GFK-Umfrage im Auftrag des Bankenverbandes BdB. „Nur Bargeld erlaubt das Zahlen ohne Datenspuren. Welche Bücher und Zeitschriften ich kaufe, wie oft ich zur Apotheke gehe – alles muss auch in Zukunft anonym bleiben“, konstatiert Deutschlands oberster Verbraucherschützer, Klaus Müller.

Nur jeder Dritte der 1035 befragten Erwachsenen in Deutschland gab in einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer PwC an, er habe schon mal bargeldlos mobil bezahlt. Demnach sehen 85 Prozent die Gefahr, die Daten könnten gehackt und missbraucht werden.

Die Bundesbank macht sich weiterhin für Bargeld als Zahlungsmittel stark – so der Vorstand Carl-Ludwig Thiele – auch wenn die Bargeldversorgung aufwendig und teuer ist. Im Jahr 2015 zahlte die Bundesbank insgesamt rund 498 Milliarden Euro in Form von Banknoten und rund 3,8 Milliarden Euro in Form von Münze aus. Acht bis elf Mal pro Jahr wird eine im Umlauf befindliche Banknote von den Geldzählmaschinen der Notenbank auf Echtheit und Qualität geprüft. Beschädigte Scheine werden aus dem Verkehr gezogen. So wurden in 2015 rund eine Milliarde Stück von der Bundesbank geschreddert.

Trotz des Aufwandes ist Bargeld laut Bundesbank-Präsident Weidmann keine besonders teure Zahlungsart. „Bei den Kosten pro Transaktion schlägt das Bargeld sowohl die Debitkarte als auch die Kreditkarte deutlich.“

Auch will die Notenbank den Verbrauchern nicht vorschreiben, wie sie zahlen sollen und versichert: „Der Produktionsstopp für die 500-Euro-Banknote ist kein Einstieg in die Abschaffung des Bargeldes.“ Wie geplant sollen die 50er, 100er und 200er-Scheine als neue Euro-II-Banknoten mit überarbeiteten Sicherheitsmerkmalen eingeführt werden.

Bei Fragen zum Update von Geldzählmaschinen zur Einführung der neuen 50-Euro-Banknote wenden Sie sich bitte an Procoin GmbH.


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